EuroCrash - der noch unbekannte und fatalste Fehler des Euros

Wir beschreiben hier zum ersten Mal die bisher unbekannte Fehlfunktion des Euros im Zusammenhang mit der bestehenden wirtschaftspolitischen Ausrichtung. Es gibt Bücher in vielfältiger Weise über Volkswirtschaftslehre, und Bücher über Geldtheorie. Hier werden ihre Zusammenhänge gemeinsam mit den volkswirtschaftlichen Theorien und deren Abhängigkeiten erstmals vollständig und auf nachvollziehbare Weise erklärt. Der Leser erfährt, dass unsere derzeitige Wirtschafts- und Geldpolitik von Grund auf fehlerhaft ist. Unser derzeitiges Fiat Money Geldsystem des Euros darf nicht mit der kapitalistischen bzw. angebotsorientierten Theorie mit ihren liberalisierten Märkten gefahren werden. Dass dies systembedingt ins Verderben führt, ist der Öffentlichkeit und der herrschenden Volkswirtschaftslehre bisher verborgen geblieben.

Der Euro ist nach dem - grundsätzlich sinnvollen - modernen Geldsystem des Fiat Money konzipiert, das aber nur zusammen mit einer Sozialen Marktwirtschaft funktioniert. Die Soziale Marktwirtschaft zeichnet sich nach richtigem, grundlegendem Verständnis durch geordnete, geregelte Märkte aus. Darin besteht ihre Hauptgrundlage. In der öffentlichen Meinung wird die Soziale Marktwirtschaft oft fälschlich mit einem Sozialstaat gleichgesetzt. Jedoch stellen in der Sozialen Marktwirtschaft vor allem die geordneten, geregelten Märkte sicher, dass Wettbewerb mit Hilfe des Rechts auf ein für alle, auch kleinere Teilnehmer faires Spiel begrenzt wird. Ruinöser Wettbewerb soll somit ausgeschlossen werden. Zugleich wird nur so erreicht, dass keine Unternehmen oder Personen zu viel Marktmacht und damit zugleich politische Macht für ihre Interessenpolitik erlangen können. Haben sie zu viel Macht erlangt, können sie sich durch Lobbyismus weitere unfaire Vorteile auf Kosten der Allgemeinheit verschaffen, indem sie die Spielregeln für sich verändern. Durch die Ordnung der Märkte wird das in der echten Sozialen Marktwirtschaft verhindert und so die Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital im Gleichgewicht gehalten. So kann jeder vom Boden (z.B. der Landwirt), von seiner Arbeit (Arbeiter, Angestellte, Selbständige und Mittelstandsunternehmer) und von seinem gesparten Kapital im gegenseitigen Einklang leben. Die Politik erhält diese Ordnung beständig aufrecht, um das Gemeinwohl der Bürger und Bürgerinnen zu erhalten und zu mehren, indem sie das Gleichgewicht der Märkte erhält. Liberalisierte Märkte beseitigen Ordnung und Regeln. Sie führen so zur Anarchie und in der Folge zur Herrschaft der Stärksten anstelle der Herrschaft des Rechts. Es entsteht eine bedrohliche Gier nach immer mehr, und eine Zockermentalität, die zur gefährlichen Konzentration von Marktmacht und Geld führt, wodurch wiederum erfolgreicher politischer Lobbyismus ermöglicht wird, der zu noch mehr Marktmacht führt, usw.

Im älteren, gedeckelten Geldsystem war die Gesamtgeldmenge durch Anknüpfung z.B. an tatsächlich vorhandene Goldvorräte begrenzt. Dies führte in der Vergangenheit dazu, dass mit voranschreitender Konzentration von Marktmacht und Geld in liberalisierten Märkten bei wenigen den vielen immer weniger Geld zur Verfügung stand. Hatten auf einer einsamen Insel ursprünglich vier Personen jeder die gleiche Geldmenge zum Start bekommen, hatte eine Person Geld gespart, die anderen aber ihr Geld ausgegeben. Dann hat der Sparer schließlich alles Geld als Sparvolumen erlangt. Er hat als Unternehmer nicht investiert, da keine Nachfrage seitens der drei anderen Personen gegeben ist, und die anderen drei Personen haben keinen Kredit vom Sparer bekommen, weil sie nichts mehr besitzen, was sie als Gegenwert für das ausgeliehene Geld dem Sparer hätten geben könnten. Allgemein gilt: Während also in einer Volkswirtschaft mit begrenzter Geldmenge, also mit "gedeckeltem" Geldsystem wenige das Geld horten, fehlt es den anderen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Somit gibt es immer weniger Nachfrage, in der Folge immer weniger Investitionen, Unternehmerlohn und Arbeit, immer ungleichere Verteilung. Diese Abwärtsspirale setzt sich immer weiter fort. Die Realwirtschaft kommt zum Erliegen. Daher ist es zwingend notwendig, dass sich entweder die privaten Haushalte und/oder die Unternehmen verschulden und/oder ersatzweise der Staat diese Aufgabe übernimmt, damit die Wirtschaft wachsen kann. Die geschichtliche Alternative war meist Hunger und Not, und in der Folge Krieg und/oder Revolution. Übrigens wird ein gedeckeltes Geldsystem von manchen Staaten auch heute noch verwendet.

 

Weil es aber in einer Marktwirtschaft, auch in der Sozialen Marktwirtschaft, immer zu Fehlverteilungen von Einkommen und Vermögen kommt, wurde das Geldsystem des Fiat Money erfunden. Das Geldsystem des Fiat Money wird nicht an eine Ware wie z.B. Gold gekoppelt, bei dem die Geldmenge nur durch Schürfen von neuem Gold wachsen kann. Vielmehr wird die Geldmenge an das Wirtschaftswachstum (an das Bruttoinlandsprodukt, BIP) gekoppelt. Somit steht grundsätzlich neues Geld zur Verfügung, um neue wirtschaftliche Aktivitäten zu finanzieren, auch wenn das bisher vorhandene Geld von wenigen gehortet wird. Das Entstehen neuen Geldes ist auch in Ordnung, wenn dieses neue Geld einem Gegenwert an realer Wirtschaftsleistung entspricht. So kann durch Wirtschaftswachstum weiterhin der Wohlstand der gesamten Bevölkerung gemehrt werden. In unserem Flat Money System (DM, Euro, heutiger US-Dollar) wird das dadurch erreicht, dass durch die Aufnahme eines Darlehens bei einer Geschäfts- bzw. Privatbank neues Geld entsteht. Die Geldmenge wächst durch den Darlehensbetrag. Die Bank macht auf der Aktiv- und Passivseite ihrer Bilanz eine Erweiterung in Höhe des Kreditvolumens, also in Höhe des Darlehens. Damit wächst die Geldmenge um die Höhe des aufgenommenen Darlehensbetrages. Bei der Bank wächst das Bilanzvolumen, es steigt um den Betrag an. Es entsteht Giralgeld aus Bits und Bytes, was jederzeit in Bargeld umgetauscht werden kann. Wird das Darlehen getilgt, dann wird die Bilanz um den jeweiligen Tilgungsbetrag auf der Aktiv- und Passivseite der Bilanz wieder um diesen Anteil verkürzt und das Geld dem Wirtschaftskreislauf wieder entzogen, also wieder vernichtet. Das Darlehen wurde z.B. für Unternehmensinvestitionen, für Konsum oder ähnliches verwendet und hat damit die gesamtwirtschaftliche Wirtschaftsleistung gemehrt, hat also Arbeit und Wohlstand hervorgebracht. Ein Problem ist, wenn das Darlehen nicht mehr getilgt werden kann. Dann bleibt die nicht getilgte Geldmenge im Wirtschaftskreislauf und belastet das System mit zusätzlichen Zinsen. Ca. 95 % aller Kredite laufen über die beschriebene Geldvermehrung, nur ca. 5 % der Darlehen werden direkt aus dem Sparvolumen, also ohne Geldvermehrung, finanziert.

Ein noch viel größeres Problem für das Geldsystem des Fiat Money entsteht aber, wenn die Soziale Marktwirtschaft zugunsten einer kapitalistischen, angebotsorientierten Politik mit liberalisierten Märkten, vor allem Finanzmärkten, aufgegeben wird. Dies ist seit den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, ursprünglich ausgehend von den politischen Initiativen des früheren US-Präsidenten Reagan und der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher,  immer stärker der Fall.

In offensichtlicher Unkenntnis über die katastrophalen Wechselwirkungen zwischen Fiat Money Geldsystem und angebotsorientierter Theorie mit ihren liberalisierten Märkten wurde trotz des bestehenden Fiat Money Geldsystems aber diese Theorie politisch schließlich auf beiden Seiten des Atlantiks zu hundert Prozent etabliert. Spätestens mit dem Vertrag von Maastricht 1992 wurde die Verankerung der Wirtschaftspolitik der angebotsorientierten Theorie mit ihren liberalisierten Märkten im Recht der Europäischen Union abgeschlossen. Die geplanten transatlantischen Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA gehen in die gleiche, falsche Richtung bedingungsloser Liberalisierung der Märkte. Was ist daran falsch?

Der Trick des Fiat Money Geldsystems besteht ja darin, dass für neue, wertschöpfende, realwirtschaftliche Wirtschaftsaktivitäten neues Geld erzeugt und erlangt werden kann. Voraussetzung für sein Funktionieren ist aber die Bindung an neue realwirtschaftliche Aktivitäten, denn nur so besteht für das neu geschaffene Geld auch ein reeller Gegenwert. Und nur so wird das Geldsystem nicht zerstört.

Durch die Einführung des Fiat Money Geldsystems kann bei vorhandenem realem Wirtschaftswachstum und dementsprechender neuer Geldschöpfung die Situatution grundsätzlich vermieden werden, dass wegen Hortung der vorhandenen Geldmenge bei wenigen Geizhälsen keine ausreichende Nachfrage mehr entstehen kann. Dies setzt aber voraus, dass die neu geschöpfte Geldmenge auch tatsächlich in die Realwirtschaft fließt und grundsätzlich auch nur dafür neu geschaffen wird. In der bei uns jetzt bestehenden angebotsorientierten Volkswirtschaft mit liberalisierten Finanzmärkten kommt es jedoch bei fallender Gesamtnachfrage zu höheren Renditen auf den ungezügelten bzw. liberalisierten Finanzmärkten, als in der Realwirtschaft. Folglich wird auch(!) das neu geschöpfte Geld nicht mehr für realwirtschaftliche Aktivitäten verwendet, sondern für abstruse Wetten auf den Finanzmärkten. Dadurch erhöht sich die Geldmenge ohne Wohlstandsmehrung, da das Geld nicht mehr für die Produktion von Waren und Dienstleistungen verwendet wird. Deshalb entsteht auch keine Inflation trotz Geldmengenerhöhung, anders als die Geldtheoretiker annehmen (Monetaristen). Die Voraussetzung für ein funktionierendes Fiat Money Geldsystem, der Zusammenhang zwischen volkswirtschaftlicher realer Wertschöpfung und Geldschöpfung, geht verloren. Dadurch, dass die neu geschaffenen Geldmengen wegen der höheren Renditen auf die Finanzmärkte fließen, aber nicht in die Realwirtschaft, läuft ein ähnlicher Prozess wie beim gedeckelten Geldsystem ab, jedoch verschlimmert sich noch die Fehlallokation, d.h. falsche Verteilung von Einkommen und Vermögen durch riesige Finanzblasen. Es kommt schließlich wie beim gedeckelten Geldsystem aus Geldmangel in der Realwirtschaft zur Deflation - mangels den Massen fehlenden Geldes sinken die Preise für Waren und Dienstleistungen. Die Gesamtnachfrage nach Gütern und Dienstleistungen fällt, weil die Renditen durch ein spekulatives Angebot von Geld auf den Finanzmärkten stetig ansteigen. Das Geld wandert also dorthin und wird der Realwirtschaft entzogen. Damit steigt die Rendite auf den Finanzmärkten und es kommt zur Finanzblasenbildung. Inflation kann trotz riesiger Geldmengen nicht entstehen, weil diese nicht in die Realwirtschaft fließen. Sie kann nur durch Angebot und Nachfrage nach realen Gütern und Dienstleistungen entstehen. Es wird also in der Realwirtschaft noch weniger verdient, investiert und konsumiert. Die Preise sinken noch weiter, und die Fehlallokationen von Einkommen und Vermögen steigen sprunghaft an. Die Realwirtschaft, die die Grundlage jeglichen Geldwertes bildet, kommt so zum Erliegen.

 

Durch diese Politik kam es in den vergangenen Jahren insbesondere vor dem Crash in 2008 zu riesigen Geldmengenerhöhungen im Wirtschaftskreislauf. Das Geld wurde nicht verbrannt, wie es die Politik uns suggerieren wollte, sondern es wanderte auf Konten Dritter. Weil die Kredite platzten und somit die Schuldner nicht mehr in der Lage waren, die Kredite zurück zu zahlen, bleibt das Geld für immer im Wirtschaftskreislauf, weil es nicht mehr durch Tilgung ausgebucht werden kann. Um einen Zusammenbruch des Euros zu verhindern, wurden die faulen, geplatzten Kredite vom Staat abgesichert.  Sie sind dadurch zwar theoretisch wieder aus dem Wirtschaftskreislauf durch Tilgung von Staatsschulden ausbuchbar, aber auf Kosten der Bevölkerung. Gleichzeitig war dies eine Einladung, künftig weiter hochriskante Finanzgeschäfte zu betreiben, da Schulden sozialisiert, die Gewinne aber privatisiert wurden.

 

Der grundlegende Fehler in der Gestaltung der Wirtschafts- und Währungspolitik, nämlich das Fiat Money Geldsystem des Euros, aber ebenso des US-Dollars, gemeinsam mit der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik und ihren liberalisierten Finanzmärkten, ist von allen der gravierendste. Er führt insbesondere die Eurozone der Europäischen Union in den wirtschaftlichen Ruin und zum Ende des Euros.

 

In "Soziale Marktwirtschaft statt Kapitalismus - Von der Volkswirtschaft und vom Gelde" werden nicht nur diese Zusammenhänge von den Autoren erstmals ausführlich erklärt, sondern auch mögliche Lösungen aufgezeigt.

 

Die Politik ist dringend aufgefordert, die falsch eingeschlagene, ideologische wirtschaftspolitische Ausrichtung zu korrigieren. Für die Zukunft kann nur eine wirkliche Soziale Marktwirtschaft mit regulierten Produktionsfaktoren, bzw. geordneten Märkten und dem regulierten Fiat Money Geldsystem den Wohlstand für alle Bürger wieder herstellen und so die Demokratien festigen.

Daher fordern die beiden Autoren, das Geldsystem des Fiat Money wieder mit der Sozialen Marktwirtschaft zu fahren und erklären dieses ausführlich in Ihrem Buch

 

  • Reiner Oppitz und Martin Weigele, „Soziale Marktwirtschaft statt Kapitalismus – Von der Volkswirtschaft und vom Gelde“, BoD-Verlag, November 2014, 408 Seiten. Es ist erhältlich als:

 

 

Artikelaktionen

Maria
Maria sagt
14.05.2016 11:26

Das wird auch darin sichtbar, dass Gemeinden heutzutage nicht mehr selbst regeln können,
welche SINN-vollen und guten Unternehmen im Gemeindebereich angesiedelt werden und welche nicht.
Was nützen einem Dorf 4 Bäcker, wenn es keinen Schreiner und Hausarzt mehr gibt?!!!
Stattdessen haben wir ganze Straßenzüge mit einer Spielothek nach der anderen,
mit einem BilligInder- oder BilligChinesenladen nach dem anderen, ...

Aufträge MÜSSEN europaweit ausgeschrieben werden obwohl es für das Allgemeinwohl erstmal wichtig ist
die eigene Wirtschaft, das eigene Umeld zu stützen
UND wenn das JEDER macht in seinem Umfeld -
sich um sich selbst und seine Nachbarn kümmert
DANN blühen die Länder auf
UND
dann können auch WAHRE Patenschaften übernommen werden
für Landstriche,
denen es an überlebenswichtigen Ressourcen (Wasser, Böden, Nahrung, Shelter) mangelt.

Preis-Leistungsgefälle gleichen sich so auch viel harmonischer an, wenn es Gemeindeübergreifend passiert,
als wenn man Preis-Leistung Länderübergreifend regelt,
denn man kann einfach Deutschland-Rumänien oder Deutschland - China nicht gleich-wertig sehen,
das ist illusorisch, wenn eine Arbeitsstunde hier 8,50€ wert ist und woanders 1,- € am tag verdient wird.

Wahrhaft SOZIALE Marktwirtschaft wird immer MIT DEN MENSCHEN zu tun haben,
etwas das im Zeitalter der Macht der Institutionen vollkommen ad absurdum geführt wurde.

Beginnen wir doch einfach damit hier in Deutschland,
so wie es in vielen Ecken schon gemacht wird
in Regionen - auch Länderübergreifend in den vielen Grenzregionen.

DAS ist gelebte soziale Marktwirtschaft der MENSCHEN.

Der MENSCH als SOZIALES WESEN, beseelt und mit gesundem Menschenverstand ausgestattet, lernfähig,
Empathie-fähig,Liebe-fähig
und erblühend im sozialen Miteinander
- DAS IST die Lösung.

jugen
jugen sagt
14.05.2016 11:50

Das FiatMoney System könnte man als Schneeballsystem bezeichnen erzeugt durch exponentiell wachsende Zinskosten im Verhältnis zu einem linear steigenden BIP. Das führt zwangsläufig (und vor allem wie jetzt in der Endphase) zu einer überbordenden Verschuldung, da das Geld für die Zinsen im System gar nicht vorhanden ist. Die Zinsen können also nur durch neue Kredite also neue Geldschöpfung bezahlt werden wodurch allerdings noch höhere Zinskosten entstehen.

Wie McKinsey Global letztens richtig festgestellt hat beträgt die weltweite Verschuldung mittlerweile unfassbare 200 Billionen bei einer zur Verfügung stehenden Geldmenge von lediglich 60 Billionen.

Wer das Geldsystem kennt, für den ist es sicher keine Neuigkeit, dass die Schulden in der Spätphase eines solchen Systems in exponentielles Wachstum übergehen. Das ist sozusagen das eingebaute Suizidprogramm der schönen Schein-Welt. Ursache: Der Zinseszins-Effekt. Dieser wird den Sparern immer bildhaft vorgemalt, wenn's um die Altersvorsorge geht. Problem dabei: Das Guthaben des einen müssen in diesem System die Schulden eines anderen sein - denn Geld=Schuld.

Dieser Zinseszinseffekt gilt natürlich auch systemisch, also für das globale Geldsystem. Das haben viele Beobachter aber nicht im Blick. Eine globale Geldmenge X verzinst sich mit dem Zins Y - sie wächst also und das mit zunehmenden Tempo.

Aber auch, wenn man das System nicht begreift, so ist doch unübersehbar, dass Schulden dauernd steigen. So beklagt McKinsey Global in seiner jüngsten Studie, dass die Weltschuldenmenge von 158 Billionen im Jahr 2010 auf die Rekordsumme von 200 Billionen 2012 gestiegen ist: Macht ein Plus von 42 Billionen in nur zwei Jahren!

Reiner Oppitz
Reiner Oppitz sagt
17.05.2016 11:03

Danke für ihren Kommentar!
Ja, da hat McKinsey recht! Es ist jedoch nur eine Betrachtung die einseitig und eindimensional ist.
Es gibt kein Geldsystem was immer währt und auf Zeit gerecht ist. Der Untergang eines Geldsystems ist abhängig von der Zinseszinsbelastung, der Fehlallokation (Fehlverteilung) von Einkommen und Vermögen, grundlegendem Systemfehler (liberalisierte Finanzmärkte mit dem Fiat Money Geldsystem - die Gier nach Schuldverschreibungen wird durch Anarchie freigegeben und es kommt zu immensen Geldmengenerhöhungen ohne BIP-Wachstum, Marktmacht, was Ausbeutung beflügelt und zur Deflation führt. Gleichfalls wachsen hierdurch die Verschuldungen exponentiell. Es ist der fatale Fehler unser Politiker gewesen, die auf die westlichen Finanzoligarchen gehört haben und ihren Verstand, wenn überhaupt vorhanden, ausgeschaltet hatten) etc. Ein Geldsystem mit Zinseszins hat nur eine Überlebensdauer von ca. 75 Jahren, wenn die Zinseszinslast nicht exportiert wird, was soll‘s. Wir alle müssen sterben, das ist ein Naturgesetz (Keynes: in the long run we are all dead!). Wichtig ist, dass während der Lebensdauer eines Geldsystems alle Bürger/innen in Würde und Freiheit (nach Kant und nicht nach Hayek) leben können. Dieses haben wir alles schon aufgenommen und geschrieben! Der Sachverhalt ist komplexer und daher nicht durch die eindimensionale Betrachtungen von McKinsey zu lösen! McKinsey hatte in der Vergangenheit die liberalisierten Märkte gefordert, jetzt schieben sie es auf das Geldsystem.

Giovanni Gruen
Giovanni Gruen sagt
14.05.2016 12:51

Zitat:...So kann jeder vom Boden (z.B. der Landwirt), von seiner Arbeit (Arbeiter, Angestellte, Selbständige und Mittelstandsunternehmer) und von seinem gesparten Kapital im gegenseitigen Einklang leben. - Wer findet den Fehler???

unwichtig
unwichtig sagt
15.05.2016 11:59

"Sie führen so zur Anarchie bzw. zur Herrschaft der Stärksten"

Da habe ich aufgehört, weiter zu lesen. "Anarchie" ist Herrschaftslosigkeit, die Abwesenheit von Herrschaft. Wer "Anarchie" in dem Sinne gebraucht, dass damit umschrieben werden soll, was wir faktisch haben, nämlich "Chaos, Gewalt und das Recht des Stärkeren" scheint davon ablenken zu wollen.

Der korrekte Gebrauch von Worten ist die Grundlage der Kommunikation.

Martin Weigele
Martin Weigele sagt
09.06.2016 15:29

Der Duden kennt zwei Definitionen von "Anarchie", die umgangssprachliche - wie hier verwendet - und die rechtsphilosophische als Abwesenheit von Herrschaft. Gerne greifen wir aber ihre Anregung auf und haben den Text entsprechend angepasst.

Hartmut Lau
Hartmut Lau sagt
15.05.2016 17:43

Geld ist eine "geheime Staatsreligion". Die wenigsten Menschen haben begriffen, dass das Zinseszins Schuldgeld System, aus naturgesetzlichen Gruenden implodieren muss. Da ist es voellig unerheblich, welche Regierung z. Zt. an der Macht ist. Naturgesetze sind hart, ohne Emotionen, unerbittlich, und aus diesem Grunde absolut berechenbar.
Die "Stellschrauben" in der mathematischen Zinseszinsformel sind ausgereizt, und decken mit zwingender naturgesetzlicher Konsequenz den Systemfehler auf. Es gibt kein Entrinnen. Da ist alles Geschwafel heisse Luft, die ueberwiegende Mehrzahl der Oekonomen glauben, ueber Naturgesetze agieren zu koennen, und rennen mit ihren Empfehlungen einer Fata Morgana nach.

Schauen wir uns die mathematische Zinseszinsformel an:

Kapital ( Final) = Kapital ( Initial) x ( 1 + zins /100 ) ^n

Das naturgesetzliche toetliche Gift in dem Zinseszins Schuldgeld System ist exponentielle Zinseszins Faktor!
Diese mathematische Gleichung erzwingt in jeder Volkswirtschaft zu verschiedenen Zeitablaeufen den jeweiligen Zusammenbruch der Volkswirtschaften, da der Zins nicht mehr von der Volkswirtschaft geleistet werden kann.
Diese sehr einfache, aber logisch zwingende Erkenntnis wird gnadenlos von den Eigentuemern der Banken gegen all jene Volkswirtschaften praktiziert, welche sich diesem System unterworfen haben. Es ist das hinterhaeltigste Sklavensystem, welches jemals auf dieser Erde praktiziert ist. Weiter wird auch auf Basis der Unkenntnis die Befreiung aus diesem System von den Sklaven verhindert, denn glueckliche Sklaven sind auch noch die groessten Feinde der Freiheit.

Der Weg in die Freiheit ist aber offen.
Der erste Schritt ist das absolute Verbot des Zinses und des Zinseszins.
Menschen, welche freie Geldmittel investieren wollen, koennen in unternehmerische Beteiligungen sich aktiv beteiligen. Jedoch hier mit allen unternehmerischen Risiken. Garantierte Erloese kann es nicht mehr vor Ablauf eines Wirtschaftsjahres geben.
Spekulationen jeglicher Art muessen gesetzlich unterbunden sein.
Boersen muessen generell verboten werden.
Abhaengig beschaeftigte sind von der Steuerpflicht befreit. Unternehmer leisten pauschal 10 % MWST.
Finanzaemter und Steuerberater sind ueberfluessig, denn die Steuern werden direkt an die Zentralbank abgefuehrt.
Wer trotzdem in Kasinos spielen moechte kann das gerne praktizieren, jedoch sind auf den gewuenschten Einsatz mindestenst 500 % Steuern fuer soziale Zwecke zu entrichten.

Packen wir es an, es gibt viel zu T U N

Incamas SRL
Incamas SRL sagt
16.05.2016 14:48

2015 sind 10.000 französische Millionäre, 6.000 italienische Millionäre, 3.000 Millionäre aus Griechenland ausgewandert Und 2.000 aus Spanien Samt ihren Vermögensgütern. Diese Zahlen stammen aus einem Bericht der Organisation New World Wealth (NWW) und nicht etwa aus einem Verschwörungsbuch. Als Grund für die "Millionärsflucht" aus der EU werden vor allem die ethnischen Spannungen zwischen Muslimen und Christen angegeben. Die persönlichen und finanziellen Freiheiten werden immer weiter einkassiert, je schwieriger es Politik und Unternehmen gelingt Wirtschafts- bzw. Kreditwachstum zu generieren. Die Diskussion über das Verbot von hohen Banknoten oder gleich des gesamten Bargelds, sind nur ein Beispiel für einen Großkomplex. Esist daher am Ende überlebenswichtig diesem System Mittel zu entziehen, da diese sonst, zusammen mit diesem Schuldgeldsystem, dem Untergang geweiht sind. Banken und Regierungen werden dabei immer versuchen, dass alle systemkonform operieren, also auch anlegen. Man wird stets raten einen ETF (ETC) auf Gold, statt einen Goldbarren zu kaufen, Giroguthaben statt Bargeld zu wählen. Alle sollen keine (echten) Werte besitzen, sondern am besten nur noch Forderungen. Denn Forderungen können – wer hätte es gedacht – ab und an auch mal untergehen. Natürlich zum Wohle des Großen und Ganzen.

Thomas B.
Thomas B. sagt
17.05.2016 08:18

Hierzu eine geniale Buchempfehlung sowie Interviews:

http://www.deutschlandradiokultur.de/matthias-weik-marc-friedrich-kapitalfehler-finanzbranche.1270.de.html?dram:article_id=354126



http://www.swr.de/swr1/bw/programm/leute/friedrich-marc-und-weik-matthias-finanzexperten-und-bestsellerautoren/-/id=1895042/did=17325562/nid=1895042/ushg4q/index.htmlq

Bernd Murawski
Bernd Murawski sagt
17.05.2016 11:19

Die Konsequenzen neoliberaler Wirtschaftspolitik auf das Marktgeschehen werden treffend benannt. Insbesondere ist der Aspekt der zurückbleibenden kaufkräftigen Nachfrage bei Endverbrauchern hervorzuheben. Geldvermögen verbleiben in der Finanzsphäre, da sich produktive Investitionen nur noch beschränkt rentieren. Wirtschaftlichen Entscheidungsträgern gelingt es infolge der Konzentration ökonomischer Macht und verbesserter Marktinformation immer besser, das Produktionsvolumen an die reale Nachfrage anzupassen. Mechanismen der „Bereinigung“ zu Lasten der Kapitaleigner wie Überproduktion und Vernichtung von Kapital gehören der Vergangenheit an. Um mit Marx zu sprechen, Profite beruhen immer weniger auf Mehrwert, sondern resultieren zunehmend aus Marktmacht.
Die Argumentation mit dem Fiat Money Geldsystem wirkt in diesem Zusammenhang als aufgesetzt, da sich der hier beschriebene Prozess erst einmal unabhängig von der im Umlauf befindlichen Geldmenge vollzieht. Bereits die Umverteilung von Arm zu Reich spült fortwährend neue Geldmittel in die Anlagesphäre, und da diese nicht durch Transaktionen auf dem Kapitalmarkt verschwinden, steigen Preise und Kurse von Assets fortwährend.
Vielmehr erweist sich die Schaffung zusätzlichen Geldes als Segen, soweit dies in die Hände (privater und öffentlicher) Endverbraucher gelangt: Die Nachfrage wird stimuliert und somit die Realwirtschaft „notbeatmet“. Leider gelangen die Finanzmittel bald auf verschlungenen Wegen in die Hände von Wirtschaftsakteuren, die ihre Bedürfnisse bereits maximal befriedigen können und daher statt zu konsumieren nach Anlageobjekten Ausschau halten.
Solange weiteres Geld nachgeschoben wird und die Zinslast der Kreditnehmer tragbar ist, wird die Realwirtschaft kaum zusammenbrechen. Faktisch handelt es sich um ein Ponzi-Schema, aber wen stört es? Die einzig verbleibende Alternative besteht in einer Umverteilung zugunsten der Endverbraucher, die bereits durch das Steuersystem erfolgen kann. Eine nachhaltige Veränderung erfordert die Rückkehr zur Sozialen Marktwirtschaft, wie sie von den Autoren angestrebt wird.

Reiner Oppitz
Reiner Oppitz sagt
17.05.2016 12:53

Herr Murawski, ich gebe ihnen vollkommen recht!!!
Wir haben dieses auch in unserem Buch beschrieben. Was wir in der kurzen Erläuterung klarstellen wollten, ist der fatale systembedingte Fehler, der so noch nicht bekannt ist. Es darf die angebotsorientierte Theorie usw., nie mit dem Geldsystem des Fiat Money gefahren werden, da dieses alles drastisch verschlimmert!
Herzlichen Dank für ihren Kommentar!!!

WilliamDolf
WilliamDolf sagt
29.05.2016 21:12

Really informative forum. Winship

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